Seit dem 5. Jahrhundert gilt der 15. August als Festtag der Muttergottes. Papst Pius XII. erklärte im Jahr 1950 die „Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel“ zu einem Dogma, einem unfehlbaren Glaubenssatz der katholischen Kirche.
Dass an diesem Feiertag auch Leib und Seele der Gläubigen angesprochen werden, betonte Moderator Alexander Fischer gleich zu Beginn der Hl. Messe am Samstag: Er wies auf den intensiven Duft hin, der unsere Pfarrkirche erfüllte und der nicht nur vom Weihrauch beim feierlichen Einzug, sondern vor allem von den Körben mit Kräutersträußerln vor dem Altar herrührte.
Traditionell werden diese kleinen Sträuße von engagierten Ertler Seniorinnen gebunden, die allerdings dieses Jahr gerade ein paar Urlaubstage in Osttirol verbrachten. Als Ersatzteam sprangen Barbara Ritt, Brigitte Holzer, Marie-Thérèse Hartig und Karin Schnirzer ein; Letztere rekrutierte auch ihre Mama Hilde Krendl, Tochter Chiara, Schwägerin Christine Bahr und deren Tochter Celia. Dass trotz der Trockenheit genug blühendes Grünzeug zum Binden zur Verfügung stand, ist nicht nur den bereits erwähnten Damen zu verdanken, die mit reichlich gesammelten Pflanzen anrückten, sondern auch der Freigiebigkeit von Birgit Krenn und vor allem Maria Hirtenlehner, die für den guten Zweck großzügig ihren Kräutergarten plünderte.
In seiner Predigt bezog sich Moderator Fischer auf die Redewendung „jemandem etwas durch die Blume sagen“. Eine Formulierung, die wir an diesem Festtag einmal ganz wörtlich nehmen sollten – einerseits, weil wir Blumen und Kräuter mit in die Kirche bringen, andererseits, weil Gott uns vielleicht tatsächlich etwas „durch die Blume“ sagen möchte. Dass nämlich für Ihn der ganze Mensch zählt – mit Leib und Seele. So, wie er Maria in den Himmel aufgenommen hat.