Am Sonntag nach Weihnachten, dem Festtag der Heiligen Familie, feiern die Ertler das Patrozinium ihrer Pfarrkirche. Heuer fiel dieser Tag auf den 28. Dezember, zwei Tage nach dem Stephani-Tag, an dem in Weistrach Patrozinium zelebriert wird. Um das Zusammengehörigkeitsgefühl in unserem Pfarrverband zu stärken, wird an den Patrozinien nur in der jeweiligen Pfarrkirche eine Heilige Messe gelesen; die Gläubigen der anderen drei Pfarren sind herzlich eingeladen, in der „Namenstags-Kirche“ mitzufeiern. Erfreulicherweise leisteten mehrere Besucher aus St. Peter, Kürnberg und Weistrach dieser Einladung nach Ertl Folge, darunter auch die emeritierten Pfarrer Anton Högl und Anton Schuh, die die Festmesse gemeinsam mit Kaplan Paulmiki Obinna Ebebe und natürlich Pfarrmoderator Alexander Fischer feierten.
Und was für eine Festmesse! Unter der Leitung von Ferdinand Schenkermayr brachte der Kirchenchor Ertl Mozarts Große Credo-Messe zur Aufführung, eindrucksvoll unterstützt von den Solisten Maria Panstingl, Monika Gruber, Leo Röcklinger, David Losbichler sowie Klaus Oberleitner an der Orgel. Gemeinsam mit einem großen Orchester aus befreundeten Musiker:innen und Musiklehrern aus der Umgebung entstand eine außergewöhnlich dichte und festliche Klangfülle. Die musikalische Gestaltung war derart beeindruckend, dass Pfarrer Fischer nach dem Gottesdienst bemerkte, selbst im Wiener Stephansdom könne man keine bessere Darbietung erwarten.
Doch nicht nur von der Orgelempore erklang festliche Musik: Nach dem Evangelium fand erstmals der Brauch des „Kindlwiegens“ in unserer Pfarrkirche statt, den Pfarrer Fischer aus seiner früheren Pfarre Scheibbs mitgebracht hat. Während zwei Ministranten sanft eine eigens für diesen Anlass erworbene Wiege mit dem Christkindl schaukelten, gaben Birgit Krenn als Maria und Pfarrer Alexander Fischer als Hl. Josef das Lied „Josef, lieber Josef mein“ zum Besten. Die meisten Messbesucher stimmten beim Refrain mit ein und zogen im wiegenden Schreittanz durch die Kirche. Da dabei entstandene Gefühl der Verbundenheit innerhalb der Pfarrgemeinde und mit den Gästen aus den anderen Pfarren des Pfarrverbands ließ alle spüren: Wir sind nicht Zuschauer beim Gottesdienst, sondern Teile der Familie Christi.