Zum theologischen Gesamtwerk zählt ihre umfangreiche Korrespondenz mit hohen geistlichen und weltlichen Würdenträgern. Darin zeigt sie ihren außergewöhnlich starken Charakter und Gottesglauben. Offenen Worte und Ermahnungen, die sie gegenüber König und Papst führte, sind besonders bemerkenswert.
Hildegard hat zwei natur- und heilkundliche Werke verfasst und gilt als „Deutschlands erste schriftstellernde Ärztin“, auch wenn sie zu den medizinischen Laien gehörte. Eine große Schrift über die Eigenschaften und Wirkungen von Kräutern, Bäumen, Edelsteinen, Tieren und Metallen ist ihr erstes Werk. In einer zweiten Schrift mit dem Titel "Ursachen und Behandlung“ ist auch von einzelnen Krankheiten und ihrer Behandlung sowie von der Diagnostik die Rede.
Heil und Heilung gehen allein von der Hinwendung zum Glauben, guten Werken und einer maßvollen Lebens-Ordnung aus. So heißt es bei Hildegard: „Drei Pfade hat der Mensch in sich, in denen sich sein Leben tätigt: die Seele, den Leib und die Sinne“. Nur wenn diese drei Aspekte der Lebensführung ausgewogen beachtet werden, bleibt der Mensch gesund.
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