Der junge Leonhard suchte regelmäßig Gefangene auf, später lehnte er die ihm angebotene Bischofswürde ab, um sich als Eremit in die Einsamkeit zurückzuziehen. Von seiner Zelle aus begann er, für Kranke und Hilfsbedürftige zu predigen.
Er galt ursprünglich als Schutzpatron derer, die in Ketten liegen, also der Gefangenen - aber auch der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete.
Leonhard gründete die Gemeinschaft von Noblat mit einer Maria geweihten Kapelle - an der Stelle ist heute die Leonhard geweihte Stiftskirche Saint-Léonard. Leonhard leitete die Gemeinschaft bis zu seinem Tod, wurde in seiner Marienkapelle bestattet, bald schon als heilig verehrt und von vielen Pilgern besucht.
Bild: Erzdiözese Wien